Eine Frage, die banal klingt

Wer spricht auf Ihrer Website? Die Frage klingt banal. Natürlich Ihr Unternehmen. Aber welches genau: die Gruppe, die Tochter, die Marke, der frühere Name, den noch die Hälfte der Seiten trägt? Für Menschen ist das meist aus dem Zusammenhang klar. Für eine Maschine, die Leistungen, Referenzen und Zertifikate einem Absender zuordnen muss, ist es die erste und wichtigste Frage.

Wir wollten wissen: Wie oft lassen Websites offen, wer spricht – und was macht eine KI daraus?

Eine Schätzung, die wir nicht halten konnten

Unsere erste Antwort war eine Schätzung aus dem Gedächtnis: Von rund fünfzig Domains, die wir uns angesehen hatten, sei nur eine einzige eindeutig gewesen. Ein starker Satz. Bevor wir ihn verwenden, haben wir nachgezählt – Audit-Ordner für Audit-Ordner.

Belegbar waren 33 Domains mit Unterlagen. Nach strengen Kriterien auswertbar blieben 23. Bei 18 dieser 23 Domains war unklar, wer spricht: welche Gesellschaft, welche Marke, welcher Name. Das sind 78 Prozent – viel, aber deutlich weniger dramatisch als unsere Schätzung. Und es ist eine eigene Stichprobe aus verschiedenen Branchen, keine repräsentative Quote. Seither zählen wir nur, was wir belegen können.

Auf der Liste: wir selbst

Unter den 18 unklaren Domains waren zwei von unseren eigenen. Bei aivis-os.com nannte das Impressum die tragende GmbH, die Datenschutzerklärung eine natürliche Person. Und ein Preis stand auf zwei Seiten in zwei Fassungen. Beides haben wir korrigiert. Ganz erledigt ist die Absenderfrage bei uns aber erst mit der geplanten eigenen Gesellschaft für Aivis-OS; bis dahin tritt eine andere Gesellschaft als Trägerin auf – so steht es auch auf der Website und in den Daten. Die Episode hat uns daran erinnert, warum wir unsere eigene Website prüfen wie die unserer Kunden: Solche Widersprüche entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil über die Zeit viele Seiten von vielen Händen geschrieben werden und niemand alle nebeneinanderlegt.

Die Muster bei den anderen ähneln sich: eine Unternehmensgruppe mit mehreren Gesellschaften, von denen keine so heißt wie die Marke. Ein Industrieunternehmen mit drei Firmennamen ohne erklärtes Verhältnis. Eine Organisation nach einer Umbenennung, deren alter Name öfter dasteht als der neue. Ohne Klarheit über den Absender ist unklar, zu welchem Unternehmen eine Leistung, eine Referenz oder ein Zertifikat gehört.

Was eine KI daraus macht

Selbst mit klarem Namen können sich Angaben widersprechen. Für eine große Organisation haben wir einen KI-Recherchebericht mit ihrer Website abgeglichen, Aussage für Aussage. Wo die Website eindeutig war, waren alle 13 geprüften Aussagen richtig. Wo sie sich widersprach, waren acht von 13 unscharf, veraltet oder falsch. Ein Beispiel daraus: Eine ältere Ankündigung erschien in der KI-Antwort als geltender Beschluss, während die betreffende Seite weiter aktiv war.

Das ist ein einzelner Testfall, keine kontrollierte Studie. Er veranschaulicht aber das Problem: Wo die Website mehrere Fassungen anbietet, gibt die KI womöglich die falsche wieder.

Zwei Kennzahlen: 13 von 13 Aussagen richtig, wo die Website eindeutig war; 8 von 13 unscharf, veraltet oder falsch, wo sie sich widersprach.

Eine Lehre über unsere eigene Arbeit

Auch unsere Prüfung hat blinde Flecken. In einem Audit hielten wir eine fehlende Registernummer für einen Befund. Live stand sie in der Fußzeile – unser Textauszug der Website hatte die Fußzeile schlicht nicht enthalten. In einem anderen Fall entfielen aus demselben Grund gleich zwei Befunde zum Absender. Seither prüfen wir jeden Befund zur Identität an der Live-Seite, bevor er in einen Bericht kommt.

Für Ihre Website folgt daraus dasselbe wie für unsere: Mehr Inhalt löst das Problem nicht. Der erste Schritt ist, den Absender zu klären und je Widerspruch zu entscheiden, welche Fassung gilt. Warum strukturierte Daten allein das nicht leisten, beschreibt der Artikel «Wenn strukturierte Daten Widersprüche veröffentlichen».

Fazit

Bevor eine Maschine verstehen kann, was Sie anbieten, muss sie wissen, wer spricht. In unserer Stichprobe war das bei 18 von 23 Domains unklar – zwei eigene eingeschlossen. Wo die Website eindeutig ist, liest die KI genau. Wo sie zögert, zögert die KI. Oder sie wählt – und nicht unbedingt richtig.

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Weil Leistungen, Referenzen und Zertifikate einem Unternehmen zugeordnet werden müssen. Sind mehrere Gesellschaften oder Namen im Spiel, wird diese Zuordnung unsicher.

Es ist eine eigene Stichprobe aus Audits verschiedener Branchen, keine repräsentative Branchenquote. Sie zeigt, dass das Muster in unseren Audits häufig vorkam – auch auf unserer eigenen Website.

Er zeigt an einem einzelnen Fall, dass widersprüchliche Angaben unscharf, veraltet oder falsch wiedergegeben werden können. Eine allgemeine Fehlerquote lässt sich daraus nicht ableiten.

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