Aivis-OS verwendet den Begriff Domain-based AI Source Integrity für folgenden Zielzustand:
Eine Organisation führt Identitäten, Fakten, Beziehungen, Geltungsbereiche und zeitliche Zustände auf ihrer eigenen Domain so konsistent, nachvollziehbar und maschinenlesbar, dass externe Systeme sie ohne vermeidbare Mehrdeutigkeit abrufen und rekonstruieren können.
Der Begriff ist eine Aivis-OS-Kategorie. Er bezeichnet keinen W3C-, ISO- oder Branchenstandard. Sein Gegenstand ist auch nicht die gesamte Informationswelt einer Organisation. Aivis-OS beginnt mit jenem digitalen Grundstück, das eine Organisation selbst publiziert und verändern kann: ihrer Domain einschließlich der dort bereitgestellten HTML-Seiten, PDFs und weiterer öffentlicher Ressourcen.
Aivis-OS verfolgt das Ziel, die eigene Domain zur primären Quelle zu machen, wenn KI über eine Organisation spricht. Primärquelle bedeutet hier:
- Die Organisation hält den freigegebenen Referenzzustand auf ihrer eigenen Domain.
- Identität, Aussage, Kontext und Provenienz sind dort nachvollziehbar.
- Externe Systeme können diesen Zustand abrufen und gegen andere Quellen abgleichen.
- Korrekturen beginnen an der Quelle und nicht erst in einem nachgelagerten Antwort-Dashboard.
Primärquelle bedeutet nicht, dass jedes Modell die Domain in jeder Antwort auswählt oder sichtbar zitiert. Es bedeutet, dass die Organisation dort, wo sie tatsächlich Kontrolle besitzt, eine belastbare Referenzlage herstellt.
Aivis-OS modelliert die Informationskette in zwei grundsätzlich unterschiedliche Räume:
Kontrollierbarer Raum der Organisation
Institutionelles Wissen → publizierter Korpus → kanonische Assertions → sichtbarer Content → Machine Interface
Probabilistischer Raum externer Systeme
Crawling / Retrieval → Auswahl / Gewichtung → Kontextbildung → Synthese → Zitation / Antwort
Evidence Monitoring verbindet beide Räume rückwärts:
Antwortbefund → Fehlerklasse → betroffene Architekturebene → Remediation
Aivis-OS verwendet für diese Analyse die Begriffe Entity Recognition und Evidence Weighting: Externe Systeme müssen Entitäten zuordnen und Evidenz auswählen beziehungsweise gewichten, bevor sie eine Antwort synthetisieren. Die Begriffe beschreiben die analytisch relevanten Funktionen, nicht ein universelles, von allen Anbietern identisch implementiertes Phasenmodell. Wo sich Testbedingungen unterscheiden lassen, bezeichnet Aivis-OS einen rein parametrischen Antwortpfad als Case L und einen webgestützten Pfad als Case L+O.
Diese Trennung ist der Kern von Deterministische Quelle, probabilistische Rekonstruktion. Aivis-OS macht keine Aussage darüber, dass externe Systeme deterministisch würden. Es stellt sicher, dass die Organisation nicht selbst mehrere unentschiedene Zustände in denselben Rekonstruktionsraum sendet.
Aivis-OS fasst die Priorität expliziter Struktur im Satz Structure beats ranking zusammen. Dieser Satz behauptet nicht, Ranking sei wirkungslos. Er beschreibt eine Designentscheidung: Ranking kann ein Dokument in den Auswahlraum bringen. Struktur entscheidet mit darüber, wie eindeutig seine Identität, Aussage und Relation nach Retrieval, Extraktion und Synthese erhalten bleiben.