Dokument-Typ: Architektur-Spezifikation
Kontext: Machine Interface Layer · API Engineering
Status: Public Standard
Gültigkeit: Aivis-OS Core Pipeline
Referenz: Konsumiert Semantic Graph Engineering und exponiert ausschließlich den Canonical Graph State.
1. Architektonisches Prinzip
The Website as an API
In der Aivis-OS Architektur ist die visuelle Website (HTML für Menschen) nur eine von mehreren möglichen Repräsentationen organisationaler Wahrheit.
Der Machine Interface Layer (MIL) behandelt die Domäne primär als öffentliche, read-only API für KI-Systeme, Crawler und Retrieval-Pipelines.
Die visuelle Darstellung ist nachrangig gegenüber der maschinenlesbaren Exposition.
2. Grundsatz: Projektion statt Speicherung
Der Machine Interface Layer speichert keine eigenen Daten.
Er projiziert Daten.
Konkret:
- Der MIL konsumiert den Canonical Graph State aus dem Semantic Graph Layer.
- Er serialisiert diesen Zustand in standardisierte, maschinenlesbare Formate.
- Er erzeugt keine neue Wahrheit, sondern eine deterministische Repräsentation bestehender Wahrheit.
Grundsatz:
Zwischen visueller Aussage (Human Interface) und maschineller Projektion darf keine Diskrepanz bestehen (Data Parity).
3. Technische Projektions-Regeln
3.1 Strict Schema Compliance
Aivis-OS generiert keine freiformatigen Projektionen.
Jede Projektion muss einem anerkannten öffentlichen Vokabular folgen, primär Schema.org.
Typ-Sicherheit (verbindlich):
- Die im Graph definierte Typisierung ist bindend.
- Eine Entität darf in der Projektion nicht auf einen generischeren Typ reduziert werden, um Komplexität zu vermeiden.
Beispiel:
MedicalClinicdarf nicht alsOrganizationexponiert werden.
3.2 ID-Persistenz
Alle im Entity Inventory definierten entity_ids müssen in der Projektion persistent als @id exponiert werden.
Ziel:
- Re-Identifizierbarkeit über Crawls hinweg
- Stabilität über Zeit
- Graph-Rekonstruktion durch externe Systeme
Verboten:
- flüchtige Blank Nodes
- dynamisch generierte IDs für Kern-Entitäten
3.3 Scoped Serialisation (Context Window Management)
Der Semantic Graph kann umfangreich sein, einzelne URLs jedoch nicht.
Der Machine Interface Layer projiziert daher kontextuell begrenzt.
Standardstrategie: Focus Node + 1 Hop
- Die URL definiert einen Focus Node.
- Alle direkten Attribute des Focus Nodes werden projiziert.
- Verknüpfte Entitäten werden referenziert, nicht vollständig eingebettet.
Ziel:
- Vermeidung von Token Bloat
- Erhalt semantischer Klarheit
- Deterministische Kontextgrenzen
4. Implementierungs-Standard: JSON-LD
Aivis-OS standardisiert auf JSON-LD als primäres Austauschformat, da es von gängigen Ingestion- und Retrieval-Pipelines nativ unterstützt wird.
4.1 Syntax-Isolierung
Strukturierte Daten werden nicht mit visuellem Markup vermischt.
Vorgabe:
- JSON-LD wird ausschließlich in isolierten
<script type="application/ld+json">-Blöcken ausgeliefert. - Platzierung bevorzugt im
<head>.
Microdata im HTML-Body ist nicht Bestandteil der Aivis-OS Architektur.
4.2 Graph Object Pattern
Aivis-OS gibt strukturierte Daten als kohärentes @graph-Objekt aus.
Mehrere isolierte JSON-LD-Fragmente sind nicht zulässig.
Ziel:
- explizite Beziehungskodierung
- keine impliziten Annahmen durch Parser
- vollständige Rekonstruierbarkeit des Kontextes
5. Schnittstellen-Stabilität (Contract)
Da die Website als API fungiert, gelten API-ähnliche Stabilitätsregeln.
5.1 Keine stille Entfernung (No Silent Removal)
Das Entfernen einer Entität oder eines Feldes aus der Projektion ohne explizite Kennzeichnung ist unzulässig.
Erlaubte Alternativen:
- HTTP-Status-Signalisierung (404 / 410)
- explizite Markierung (z. B.
status: dissolved)
5.2 Format-Treue
Ein einmal etabliertes Datenformat ist stabil zu halten.
Beispiele:
- ISO-8601 Datumsformate dürfen nicht in Freitext wechseln.
- Numerische Werte dürfen nicht plötzlich als Strings ausgegeben werden.
6. Validierung & Testing
Der Machine Interface Layer wird nicht gegen menschliche Lesbarkeit geprüft, sondern gegen maschinelle Verlässlichkeit.
Validierungs-Pipeline
- Syntactic Check
JSON ist valide. - Schema Check
Schema.org-Konformität und relevante Validatoren bestehen. - Parity Check
Die projizierten Werte stimmen mit den im Transport-Safe Content Layer extrahierten Inhalten überein.
Abweichung:
→ Cloaking-Verdacht
→ Vertrauensabwertung
7. Zusammenfassung
Der Machine Interface Layer ist die deterministische Übersetzungsinstanz zwischen der internen Komplexität des Semantic Graph Layers und der begrenzten Aufnahmekapazität externer KI-Systeme.
Er speichert keine Daten, interpretiert keine Bedeutung, exponiert ausschließlich kanonische Zustände. Damit stellt er sicher, dass interne Wahrheit standardkonform, stabil und interpretationsfrei nach außen transportiert wird.
Architektur-Übersicht

Cluster-Level Entity Inventory Strategy

Semantic Graph Layer

Semantic Graph Engineering

Machine Interface Layer & Projection Strategy

Transport-Safe Content Layer

Transport-Safe Content Engineering
